Die Biologie der glücklichen Liebe: Alles Evolution - oder könnten wir auch ganz anders?

Die romantische Liebe ist einer der großen Mythen unserer Zeit. Sie wird verehrt und verdammt, sie kann quälende Eifersucht und tiefste Verzweiflung, aber auch höchstes Glück bedeuten, Freundschaften zerstören und moralische Systeme hinwegfegen.

Woher kommt die Macht der Sexualität und der Liebe? Im Vortrag werde ich berichten, wie sich das Liebesleben der Menschen und ihre sexuellen Vorlieben aus biologischer Sicht verstehen lassen. Warum beispielsweise haben wir sehr viel häufiger und sehr viel spielerischer Sex, als es zur Fortpflanzung nötig ist? Und was lässt sich zur Vielfalt der Beziehungsformen sagen? Können wir tatsächlich frei entscheiden, wann, wie und wen wir begehren? Vielleicht ist die Zweierbeziehung ja wirklich die beste Form menschlichen Zusammenlebens -  vielleicht aber auch nicht. Einigermaßen sicher wird man das erst beantworten können, wenn man sie möglichst unvoreingenommen mit konkurrierenden Modellen - dem Singleleben, der Polygamie, der Polyamorie und anderen - verglichen hat.

Prof. Dr. Thomas Junker lehrt Geschichte der Biowissenschaften an der Universität Tübingen. Von 1992-1995 war er Mitherausgeber von Darwins Briefwechsel in Cambridge (England). Er hat zahlreiche Bücher und Artikel zur Geschichte und Theorie der Evolutionsbiologie und Anthropologie veröffentlicht.

In den aktuellen wissenschaftlichen und weltanschaulichen Kontroversen hat er sich öffentlichkeitswirksam und engagiert für die Vermittlung evolutionsbiologischer Kenntnisse eingesetzt.

Eine Veranstaltung aus der Reihe vhs.wissen live SPEZIAL.

Donnerstag, 23. April 2020 · 19:30–21:00 Uhr

Prof. Dr. Thomas Junker

Prof. Dr. Thomas Junker

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